Ohne mich
Mein Sohn!

Ohne mich mein Sohn!

Warum Regeln helfen

Wann haben Sie das letzte Mal bewusst eine Grenze überschritten? Erinnern Sie sich an Grenzüberschreitungen aus Ihrer Kindheit? Haben Sie sich schon einmal richtig für das Verhalten Ihres Kindes geschämt?

Eine Gesellschaft kann nur dann funktionieren, wenn gewisse Regeln bestehen und eingehalten werden.

Vielleicht kennen Sie diese Situation: Montagmorgen bei der Arbeit. Die Wochensitzung steht an! Der Sitzungsleiter hat die Zügel mal wieder nicht im Griff. Teilnehmer kommen, wann sie wollen, sind nicht oder nur schlecht vorbereitet. Keine Traktandenliste vorhanden, die Ordnung in den Hühnerhaufen bringen könnte. Jeder spricht und äussert sich zum Thema. Doch leider reden alle gleichzeitig. Man versteht sein eigenes Wort nicht mehr. Benimmregeln? Wer braucht so etwas? Kommentare werden persönlich und verletzend. Gesprächskultur? Fehlanzeige! Am Schluss der Sitzung wurde viel geredet, aber nichts entschieden. Die Teilnehmer sind frustriert, die Stimmung ist gereizt.

Hätte der Sitzungsleiter vor Beginn Spielregeln definiert, eine Traktandenliste erstellt und die Meute gelenkt, dann hätte die Sitzung vielleicht sogar zu einem Ergebnis geführt.

Sie sehen: Ein gewisser Grad an Struktur und Führung ist Voraussetzung für eine funktionierende Gesellschaft!

Albtraum Süssigkeitenregal

Anderer Schauplatz, klassische Situation: Das Süssigkeitenregal im Supermarkt. Der kleine Junge tobt und brüllt. Er will um jeden Preis seinen Schokoriegel! Der Kopf gerötet, das Blut in Wallung. Strafende und vorwurfsvolle Blicke in Richtung der Eltern. Wie reagieren? Den Schokoriegel kaufen, damit der Junge endlich Ruhe gibt? Hart bleiben und den Jungen weiter toben lassen? Oder den Schokoriegel unter Auflagen kaufen? Spielregeln definieren, wann und unter welchen Umständen der Kauf eines Schokoriegels infrage kommt? Das Aufstellen von Regeln würde in diesem Falle das Verständnis des Kindes fördern. Es erhält die Sicherheit, dass das Verhalten A die Reaktion B hervorruft.

Als Eltern muss man sich ab und an von seinem Kind distanzieren bzw. von dessen Verhalten abgrenzen. Man muss ihm unmissverständlich klarmachen, dass sein Verhalten nicht akzeptabel ist und auf keinen Fall toleriert wird. Das erscheint emotional hart zu sein, ist aber sehr wichtig. Das Setzen von Grenzen, das Aufstellen von Regeln gibt dem Kind Sicherheit! Es kann sich darauf verlassen, dass seine Eltern ihm zeigen, was akzeptabel ist und was eben nicht. Bleiben Reaktionen der Eltern auf Handlungen der Kinder aus, verunsichert das im höchsten Masse.

Wichtig ist, dass beide Elternteile konsequent sind und die Reaktion auf Handlungen abgesprochen und von beiden getragen wird.

Sich treu bleiben

Zurück zum tobenden Jungen im Supermarkt: Wer diese Situation schon einmal mit seinem eigenen Kind erlebt hat, der weiss um mögliche Kommentare von anderen: Jetzt kaufen Sie Ihrem Sohn doch endlich diesen verdammten Schokoriegel. Es ist ja nur Schokolade!

Ignorieren Sie diese weisen Ratschläge und grenzen Sie sich ab: Das Kind soll die Peinlichkeit des Angeschautwerdens am eigenen Leib erfahren.

Schlussendlich sind ja nicht Sie die Person, die sich danebenbenimmt!