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Was ist wirklich wichtig für mich?

Zu viel Information schadet Ihrer Gesundheit

Anhänger der Digitalisierung jubeln, weil erstmals in der Geschichte das Unmögliche möglich scheint: Das gesammelte Wissen der Menschheit steht mit einem Klick bereit. Wissen ist Macht, und dank dem Internet erreicht dieses Wissen selbst die entlegensten Winkel der Erde und steht somit auch denen zur Verfügung, die bisher davon ausgeschlossen waren. Das ist durchaus ein Segen, beispielsweise für die Bildung und Aufklärung in Ländern auf tiefer Entwicklungsstufe.

Wir in unseren Breitengraden haben eher das umgekehrte Problem. Wir leiden nicht unter einem Mangel, sondern einem Überfluss an Informationen. Als die Welt noch nicht vernetzt war, hatten wir von vielen globalen Ereignissen gar nicht erst Kenntnis. Dieses Wissen fehlte uns damals keineswegs, denn wie der Volksmund sagt: Was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss. Eine Art natürlicher Filter sorgte dafür, dass nur das an uns heran drang, was für uns relevant war.

In gewisser Weise war diese selektive Information sehr erholsam. Denn vieles von dem, was wir sehen, hören oder erleben, beschäftigt uns noch lange danach, bewusst oder unbewusst. Wir besuchen eine Online-Zeitung – und Minuten später sind wir im Bild über den neuesten Politikerskandal, eine Naturkatastrophe, die Beziehungsprobleme eines Promis, die Resultate der Bundesliga und die Kandidatinnen der Miss-Schweiz-Wahlen. Auf sozialen Medien wie Facebook und Twitter wird parallel dazu über diese und andere Nachrichten diskutiert. Tatsachen und Meinungen vermischen sich munter. Am Ende des Tages sind wir buchstäblich mit hunderten völlig unterschiedlichen Themen konfrontiert worden. Aber wirklich auseinandergesetzt haben wir uns mit keinem einzigen.

Derzeit gibt es viele «Aussteiger», die davon genug haben und sich von Facebook abmelden und ihr Smartphone gegen ein herkömmliches Handy eintauschen. Die Informationsflut unserer Zeit findet aber meist irgendeinen Weg zu uns. Statt einer Verweigerung der modernen Medien könnten wir auch den gesunden Umgang mit ihnen suchen. Dazu braucht es aber ein klares Bekenntnis zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen. Gönnen Sie sich Offline-Zeiten, vermeiden Sie Informationsquellen, die Sie als überflüssig wahrnehmen und nehmen Sie nur dort aktiv teil, wo es Ihnen wirklich wichtig ist. Machen Sie Ihre eigene digitale Welt wieder zu einem überschaubaren Dorfplatz.