Willkomen kleiner Mensch
Hallo Depression

Willkommen kleiner Mensch - Hallo Depression

Achterbahn der Gefühle

Die Geburt eines Kindes ist ein unfassbares, wunderschönes und wahrlich einzigartiges Erlebnis. Wer es erfahren hat, wird sich für den Rest seines Lebens daran erinnern! Dieser Cocktail aus Erschöpfung und Glücksgefühl sucht seinesgleichen...

Da liegt es nun, das kleine Würmchen. Hilflos, so verletzlich und der elterlichen Fürsorge ausgeliefert. Eine erste Berührung, die ersten Stunden zu dritt. Ein erstes Kennenlernen.

Die meisten Eltern schwelgen in Glückseligkeit: Die Welt steht für ein paar Tage still!

Dennoch lassen die ersten Takte oft nicht lange auf sich warten. Man hört ihn leise, seine Melodie aber ist im ersten Moment gänzlich unbekannt. Nur Frauen, die bereits eine Geburt erlebt haben, kennen den Song: Babyblues! Er trifft jede Mutter, aber jede in unterschiedlicher Ausprägung, und dauert meist nur ein paar Stunden oder Tage. Alles ganz normal!

Was aber, wenn der Blues nicht mehr verstummen will? Was, wenn das so lange herbeigesehnte Geschenk des Himmels einfach nicht glücklich machen will? Was, wenn man das kleine Würmchen einfach nicht in sein Herz schliessen kann, obwohl man so sehr möchte?

Sie nervt gewaltig! Die Wochenbettdepression, postnatale Depression oder wie man sie auch immer nennen mag. Über die Ursachen, die zugrunde liegen, weiss man einiges. Hormonelle Umstellung, biochemische Prozesse, übersteigerte Erwartungshaltung der Mutter an sich selbst, depressive Verstimmungen während der Schwangerschaft, Existenzängste und viele andere können eine postnatale Depression auslösen. Zwischen 10 und 20 % aller Frauen sind davon betroffen – und auch Männer sind vor ihr nicht sicher. Studien belegen, dass bis zu 10 % aller Väter während der ersten drei bis sechs Monate nach der Geburt an depressiven Verstimmungen erkranken.

Der steinige Weg, der aus dem Tal der Dunkelheit hinausführt, ist identisch mit demjenigen der klassischen Depression. Das Umfeld kann unterstützen, zuhören, entlasten. Dem Partner Verständnis signalisieren, bei Gereiztheit auch einmal ein Auge mehr zudrücken. Für die Partnerin da sein, sie in der Mutterrolle bestärken. Mein Ratschlag für den Mann: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Partnerin genügend schlafen kann.

Die Perfekte Mutter

Die Betroffene sollte sich von ihrer Vorstellung, wie eine perfekte Mutter zu sein hat, schnellstmöglich verabschieden! Gut gemeinte Ratschläge dürfen Sie getrost ignorieren. Konzentrieren Sie sich auf Ihre Aufgabe, Mutter zu sein. Versuchen Sie den Widrigkeiten zum Trotz eine Beziehung zu Ihrem Kind aufzubauen. Es braucht Sie!

Wenn die postnatale Depression anhält, holen Sie sich Hilfe. Zusammen können Sie den Weg aus der Einsamkeit finden.

Und sorgen Sie sich nicht: Ihr Kind wird Ihnen nicht böse sein. Es erwartet Sie schon voller Freude! Zeigen Sie ihm die Welt! Es gibt so viel Schönes zu entdecken. Auch für Sie als Eltern!