Der Klassenprimus
Die Klassenschönheit

Der Klassenprimus - Die Klassenschönheit

Wenn die Schulzeit zum Albtraum wird

Können Sie sich noch an Ihre Schulzeit erinnern? Fensterplatz oder erste Reihe? Gute oder schlechte Erfahrungen?

Die meisten Menschen haben gemischte Gefühle, wenn sie an ihre Schulzeit zurückdenken. Oder sie können sich nur noch sehr vage erinnern ... Zwei Personen bleiben aber meistens langfristig im Gedächtnis haften: die Klassenschönheit und der Klassenprimus!

In der Schule führt die Klassenschönheit meistens ein sehr angenehmes Leben. Alle wollen mit ihr befreundet sein. Ihr wird alles nachgetragen. Man ist um sie bemüht. Dies gilt zumindest für den männlichen Teil der Klasse. Bei den Kameradinnen hat sie nicht unbedingt immer einen guten Stand. Eifersucht, Missgunst und Minderwertigkeitskomplexe entstehen. Jede möchte gerne so sein wie sie. Zumindest, was das Äussere betrifft.

Und der Klassenprimus? Er weiss alles, schreibt nur gute Prüfungen. Und das mit einer Leichtigkeit, die beängstigend wirkt. Er ist der Traum einer jeden Lehrkraft! Immer aktiv am Unterricht beteiligt und nie um die korrekte Antwort verlegen. Sozusagen das Licht am Ende des Tunnels. Das wird von der Lehrkraft gerne honoriert. Mit Lob wird nicht gespart. Ein Vorbild für alle Anwesenden sei er! Doch dass der Klassenprimus damit unweigerlich in den Fokus seiner Mitschüler gerät, ist nicht allen Lehrern bewusst.

Der Primus ist dann in der Regel auch derjenige, der auf dem Pausenhof Prügel einstecken muss. Streber, Spiesser, Anpasser sind da noch die nettesten Bezeichnungen, die er zu hören bekommt. Peiniger ist nicht selten derjenige, der schulische Schwächen vorweist. Wenn er schon im Unterricht nicht gut mithalten kann, dann wenigstens auf dem Pausenhof den Macker mimen. Und wer eignet sich da als Opfer besser als der Streber? Die perfekte Projektionsfläche für angestauten Frust, Versagen und Disziplinlosigkeit.

Das Leben als Klassenprimus ist nicht immer einfach. Der Leichtigkeit des Schulstoffes schlägt die Schwere des Ausgeschlossenseins entgegen! Nicht selten kommt es dann zum krassen Leistungseinbruch. Dies hat aber überhaupt nichts mit nicht mehr wollen zu tun. Sehr oft geht es dabei mehr um das „ Sich unter dem Radar bewegen“. Nicht mit guten Leistungen auffallen und damit nicht zum Ziel allfälliger Aggression werden! Der Primus versucht, sich „normaler“ zu machen und erhofft sich die Akzeptanz seiner Mitschüler. Doch leider ist es dann oft schon zu spät!

Lehrer, schützt Eure Kinder

Für Lehrpersonen bedeutet das: Verantwortung tragen, den Schüler loben, aber nicht exponieren. Den Schüler schützen und sich abzeichnende Mobbing-Attacken im Keim ersticken. Verletzende Kommentare von Klassenkameraden nicht zulassen und den Peiniger an die Kandare nehmen.

Sie sind es Ihrem Licht am Ende des Tunnels schuldig – wahrlich eine anspruchsvolle Aufgabe!